Antifa zeigt Volksnähe

Auf Indymedia berichtet die Antifa Greifswald von ihrer Teilnahme an den Protesten der örtlichen Bürger_inneninitiative gegen eine Schweinemastanlage in Medow (MV). Es folgen Auszüge und fassungs- wie zusammenhangslose Anmerkungen.

„Anfang 2006 errichtete der niederländische Investor Adrianus Straathof am Ortsrand der kleinen Gemeinde eine Schweinemastanlage für 15000 Tiere. Seit nunmehr sieben Jahren kämpft eine Bürger_inneninitiative gegen dieses Vorhaben.“

Den Schuldigen hat die Antifa Greifswald schnell gefunden. „Straathof“ heißt er und ist natürlich Ausländer. Ein Tribut an die Bündnisfähigkeit, wer demonstrierte hier? Weiter im Text der Greifswälder_innen.

„Die Veranstaltung brachte viele unterschiedliche Menschen zusammen: Jung und alt, auf Stelzen, auf dem Rad oder zu Fuß, in bunter Schlaghose oder mit schwarzen Windbreaker bekleidet, demonstrierten gemeinsam.“

„Nachdem die Demonstration beendet wurde, ergab sich noch die Gelegenheit zu manch spannenden Gespräch mit den Anwohner_innen bei Suppe, Kaffee, Tee oder Kuchen.“

Was für ein nettes Miteinander, das wiederholt mensch doch gern. Erwähnenswert ist, dass Medow [nach Map24.de] vier Kilometer oder fünf Autominuten von Postlow entfernt ist. In Postlow erreichte die NPD bei der Landtagswahl 2006 einen Stimmenanteil von 38%. Martin Behrens besichtigte diesen Ort wenig später für die Jungle World. Dass sich die Medower Verhältnisse von seinen Eindrücken grundlegend unterscheiden, wage ich zu bezweifeln. Zurück nach Medow.

„Es gibt unerträgliche Geruchsbelastungen, die Gülle ist bis heute nicht vorschriftsmäßig gelagert, die Tiersterblichkeit ist hoch – wir erinnern an die Tierkadaver unter freiem Himmel im Juli und August. […] Wir fordern die Landesregierung auf, die Anlage sofort und so lange stillzulegen, bis wenigstens die Genehmigungsauflagen erfüllt sind und zusätzlich ein Luftfilter für die Abluft eingebaut wurde“, so BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag vor den Demonstrationsteilnehmern in Medow. [Quelle: http://www.mvregio.de]

Das Problem, das der BUND und die Medower mit der Massentierhaltung haben, ist also das Massentierhaltung stinkt. Wo es stinkt und der Grundstückswert sinkt, da lässt sich nicht mehr wegschauen. Es müssen Luftfilter her. Sozusagen ein Gestank-Verbot, das am Grundübel ähnlich wie ein NPD-Verbot in den Köpfen der Menschen nichts ändern täte. Wenigstens ein bischen Tierliebe seitens der Bündnispartner_innen hatte sich die Antifa Greifswald scheinbar erhofft und bedauert: „Nur wenige bestanden jedoch auf die sofortige Schließung der Mastanlage.“

Auf den Punkt gebracht, wie können sich Antifaschist_innen auf solch eine absolut irrelevante bis reaktionäre Veranstaltung verirren, und die Teilnahme an dieser noch schön reden? Es gilt nach wie vor: „Wer vom Faschismus redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen.“ Bei der Maxime „until the last cage is empty“ verhält es sich genauso.


1 Antwort auf “Antifa zeigt Volksnähe”


  1. 1 kaputt 27. Februar 2007 um 17:56 Uhr

    du musst grad was sagen mit deinem lokalpatriotismus in der linkliste ;)

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